Bauphysik · Materialien · Aufbauten

Die Technik
dahinter

Ein gesundes Haus ist kein Zufall, sondern eine Frage des Aufbaus. Wir bauen ausschließlich diffusionsoffen, mit Stroh, Holz und Lehm. Hier zeigen wir, wie eine Wand Feuchte abgibt statt sie zu speichern, wie unsere Dächer gedämmt sind und warum wir auf Schraubfundamente und Stampflehm setzen.

Das Grundprinzip

Was bedeutet
diffusionsoffen?

Wasserdampf wandert durch die Wand nach außen und trocknet ab, statt in der Dämmung zu bleiben. Dafür bauen wir ohne dampfsperrende Schichten, ohne Styropor, ohne chemischen Holzschutz.

Warum die drei zusammen funktionieren

Lehm hält das Holz trocken

Lehm zieht Feuchte vom Holz weg. Unter 20 Prozent Holzfeuchte verlangt die Holzschutznorm keinen chemischen Schutz.

Stroh verteilt, statt zu sammeln

Stroh leitet Feuchte weiter. Geschlossenzellige Dämmstoffe lassen sie an der kalten Seite stehen.

Nach außen wird es offener

Der Diffusionswiderstand nimmt von Schicht zu Schicht ab. Deshalb wandert die Feuchte in die richtige Richtung.

Warum uns das wichtig ist

Erkunde den Schnitt

Ein Naturhaus
im Querschnitt

Gebäudeschnitt durch ein Naturhaus: gedämmtes Pultdach, zwei Geschosse mit diffusionsoffenem Wandaufbau, Geschossdecke aus Holz, gedämmter Bodenaufbau und ein in den Boden gedrehtes Schraubfundament

Tipp auf die Punkte für Details zu jedem Bauteil, ganze Zeichnung ansehen

3D-Darstellung des Wandaufbaus mit den Schichten Lehmputz auf Schilfstukkatur, Diagonalschalung, Baustrohballen zwischen Konstruktionsholz und Kalkputz, von innen nach außen

Tipp auf die Schichten, von innen (Lehm) nach außen (Kalk).

Schicht für Schicht

Der
Wandaufbau

Der Aufbau ist nicht bei jedem Haus gleich. Das Prinzip schon: nach außen wird jede Schicht offener.

  1. 01 LehmputzReguliert die Raumluftfeuchte, bindet Gerüche, bringt Speichermasse.
  2. 02 DiagonalschalungSteift die Konstruktion aus, trägt den Innenputz.
  3. 03 Dämmung im StänderwerkStroh als Ballen oder eingeblasen, alternativ Zellulose.
  4. 04 KalkputzSchützt vor Wind und Wetter, bleibt diffusionsoffen. Alternativ eine hinterlüftete Holzfassade.

Ein typischer Aufbau, von innen nach außen. Dämmung, Fassade und Putze variieren je nach Projekt.

Die Dämmebene

Stroh, das wir
selbst verdichten

Regional, nachwachsend, kaum Herstellungsenergie. Gleichmäßig verdichtet dämmt es lückenlos und trägt zugleich den Putz auf beiden Seiten.

Mehr über Dämmen mit Stroh
Zwei Personen verdichten mit einem Holzschlägel Strohballen in einem hölzernen Wandelement auf der Baustelle
Dämmen mit Stroh

Jeder Stoff macht seinen Job

Was jedes
Material tut

Jede Schicht hat eine Aufgabe. Keine muss etwas leisten, wofür sie nicht gemacht ist.

Dicht liegende Strohhalme aus der Nähe

Dämmt und puffert Feuchte

Stroh

Nebenprodukt der Getreideernte, fällt jedes Jahr neu an. Nimmt Wasserdampf auf, gibt ihn ab und leitet ihn weiter. Mineralwolle und Hartschaum können das nicht.

Verriebene Lehmputzfläche mit feiner Struktur

Reguliert und hält trocken

Lehm

Der stärkste Feuchtepuffer im Aufbau. Nimmt Feuchtespitzen aus der Raumluft und gibt sie zurück, wenn es trockener wird.

Jahresringe im Querschnitt eines Stamms

Trägt

Holz

Trägt und steift die Wand aus. Regional geschlägert und verarbeitet.

Und außen Kalk

Wetterschutz, diffusionsoffen und kapillaraktiv. Zementputz kommt nicht in Frage, der sperrt die Feuchte ein.

Zwei Wege, dieselbe Dämmung

Ballen oder
eingeblasen

Zwei Formen, dasselbe Material. Der Unterschied liegt darin, wie lückenlos das Gefach am Ende gefüllt ist.

Einblasöffnung in einer Holzfaserplatte, dahinter dicht liegendes Strohhäcksel

Eingeblasenes Stroh

Gehäckselt, maschinell ins geschlossene Gefach geblasen. Füllt jeden Winkel, auch um Anschlüsse und schräge Ecken, und liegt fugenlos.

Die zuverlässigere Variante. Bei Ballen entscheidet die Sorgfalt beim Einbau, ob Fugen bleiben, und jede Fuge ist eine Wärmebrücke. Dazu kommt: Rand und Kern eines Ballens unterscheiden sich in der Dichte um bis zu 20 Prozent.

Kostet mehr als Ballen.

Zwei Männer bringen Strohballen in ein liegendes Holzriegel-Wandelement ein

Strohballen

Gepresst, ins Holzgefach eingesetzt und verdichtet. Hier könnt ihr selbst mitarbeiten.

Und zwar bei uns im Werk, wenn die Wandelemente vorgefertigt werden, nicht auf der Baustelle. Wir zeigen, wie dicht gestopft wird, und kontrollieren, bevor das Element zugeht. Vorkenntnisse braucht es keine.

Kostet weniger, vor allem wenn Eigenleistung dazukommt.

Was am Ende übrig bleibt

Auch der
Rückbau
zählt

Ein Haus wird irgendwann zurückgebaut. Dann zählt, was übrig bleibt.

Stroh und Lehm sind kompostierbar, Holz bleibt Holz. Keine verklebten Schichtpakete, kein Hartschaum für die Deponie, keine Dampfsperre zum Abziehen. Lehmputz bindet nicht chemisch ab, man kann ihn wieder anrühren.

Eine Ausnahme: Im Dach liegt eine diffusionsoffene Unterdeckbahn aus Kunststoff. Sie hält während der Bauzeit Regen ab und lässt Dampf durch. Einen gleichwertigen Ersatz aus Naturmaterial haben wir nicht gefunden.

Moch ma's

Noch Fragen
zur Technik?

Ob Wandaufbau, Dämmung oder Gründung, wir erklären dir gern, wie wir dein Naturhaus konkret aufbauen würden. Erzähl uns von deinem Projekt.

Jetzt anfragen